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🥩 Wild-Warenkunde

Welches Wild schmeckt wie, welche Teilstücke taugen wofür und wie gesund ist Wildbret wirklich? Der Überblick über die wichtigsten heimischen Wildarten.

Nährwerte im Vergleich

Wildbret ist von Natur aus mager und eiweißreich. Die Tiere leben frei, bewegen sich viel und fressen natürliche Nahrung – das ergibt festes, fettarmes Muskelfleisch ohne Antibiotika oder Mastfutter. Richtwerte pro 100 g rohem, magerem Muskelfleisch:

WildartEnergieEiweißFett
Reh≈ 105 kcal≈ 22,0 g≈ 1,5 g
Rotwild (Hirsch)≈ 120 kcal≈ 23,0 g≈ 2,5 g
Wildschwein≈ 145 kcal≈ 21,5 g≈ 4,5 g
Feldhase≈ 114 kcal≈ 21,8 g≈ 2,3 g
Fasan≈ 108 kcal≈ 23,5 g≈ 1,8 g

Zum Vergleich: mageres Rind liegt bei rund 20–22 g Eiweiß und 3–5 g Fett, Schweinekotelett deutlich darüber. Werte schwanken je nach Teilstück, Alter des Tieres und Jahreszeit – Angaben sind Richtwerte.

Haarwild vs. Federwild

Man unterscheidet grob zwischen Haarwild (Säugetiere: Reh, Hirsch, Damwild, Wildschwein, Hase) und Federwild (Vögel: Fasan, Wildente, Rebhuhn, Wildgans). Haarwild wird meist zerlegt in Teilstücken angeboten, Federwild oft im Ganzen – gerupft und ausgenommen.

Die Wildarten im Detail

🦌 Rehwild

Geschmack
Mild, zart, feinfaserig – der beliebteste Einstieg in die Wildküche.
Beste Stücke
Rücken und Filet (Edelstücke, kurzbraten/rosa), Keule (Braten), Schulter & Blatt (Schmoren, Gulasch).
Zubereitung
Rücken/Filet kurz und rosa braten; Keule als Braten; Schulter für Gulasch und Ragout.
Gut zu wissen
Ein Reh liefert nur rund 12–15 kg verwertbares Fleisch – entsprechend gefragt sind die Edelstücke.

🦌 Rotwild (Hirsch)

Geschmack
Kräftiger und würziger als Reh, dabei immer noch fein – intensiv, aber nicht streng.
Beste Stücke
Filet und Rücken (Steaks, Medaillons), Keule (Braten, Rouladen), Schulter/Hals (Schmorgerichte).
Zubereitung
Edelstücke als Steak kurzbraten; große Keulenstücke als Schmorbraten. Verträgt kräftige Saucen.
Gut zu wissen
Jungtiere (Schmalwild) sind besonders zart; ältere Hirsche schmecken intensiver.

🦌 Damwild

Geschmack
Mild bis mittelkräftig – geschmacklich zwischen Reh und Rotwild, sehr ausgewogen.
Beste Stücke
Rücken, Keule, Filet – ähnliche Teilstücke wie Rotwild, aber kleiner portioniert.
Zubereitung
Wie Rot- und Rehwild: Edelstücke rosa, Keule als Braten, Rest zum Schmoren.
Gut zu wissen
Guter Allrounder für Einsteiger, die mehr Aroma als Reh, aber weniger Wucht als Hirsch möchten.

🐗 Schwarzwild (Wildschwein)

Geschmack
Kräftig, aromatisch, leicht nussig – deutlich würziger und etwas fetter als Rehwild.
Beste Stücke
Rücken (Braten, gut durchgegart), Keule (Braten, Schnitzel), Nacken & Bauch (Schmoren, Grillen, Pulled Pork), Schulter (Gulasch).
Zubereitung
Immer gut durchgaren (Kern mind. 70 °C für 10 Min.). Frischlinge (Jungtiere) sind zart und mild; alte Keiler brauchen ggf. eine Beize.
Pflicht: Trichinenuntersuchung. Wildschweinfleisch (wie auch Dachs) darf erst nach amtlicher Untersuchung auf Trichinen mit negativem Ergebnis abgegeben oder verzehrt werden. Seriöse Anbieter weisen die bestandene Untersuchung nach. Wildschwein daher nie roh essen (kein Tatar/Carpaccio).

🐇 Feldhase

Geschmack
Dunkel, aromatisch, leicht herb – klassisches „wildes" Aroma. Kräftiger als Kaninchen.
Beste Stücke
Rücken (kurzbraten, rosa), Keulen (Schmoren, Hasenpfeffer/Ragout).
Zubereitung
Rücken vorsichtig rosa braten (wird schnell trocken); Keulen und Vorderläufe langsam schmoren – klassisch als „Hasenpfeffer".
Gut zu wissen
Kleinwild: nach dem Aufbrechen besonders schnell und stark herunterkühlen (Kern ≤ 4 °C).

🐦 Federwild (Fasan, Wildente & Co.)

Geschmack
Fasan: fein, leicht wildig, sehr mager. Wildente: kräftiger, dunkler, mit mehr Eigenfett.
Beste Stücke
Brust (kurzbraten), Keulen (schmoren). Oft wird der Vogel im Ganzen gebraten.
Zubereitung
Mageres Federwild wie Fasan gern mit Speck umwickeln (bardieren) oder in Sauce garen, damit es nicht austrocknet. Kern beim Geflügel auf ≥ 70–72 °C garen.
Gut zu wissen
Beim Rupfen/Ausnehmen auf Sauberkeit achten; Federwild kühl (≤ 4 °C) lagern.

Warum Wildbret? Die Vorteile auf einen Blick

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