🍲 Rehgulasch klassisch
Das perfekte Herbst- und Wintergericht: langsam geschmort, mit Rotwein und Pilzen, wird selbst festes Keulenfleisch butterzart. Gut gelagertes, junges Reh schmeckt dabei mild und fein – von „streng" keine Spur.
Für Gulasch nimmst du Keule oder Schulter – Fleisch mit langen Fasern, die beim langsamen Garen zerfallen. Rücken und Filet sind Edelstücke, die kurz und rosa gebraten werden; für den Schmortopf wären sie zu schade.
Zutaten
Fleisch
- Rehfleisch aus der Keule, gewürfelt (ca. 3 cm)800 g
- Butterschmalz zum Anbraten2 EL
Marinade (optional)
- Rotwein200 ml
- Zwiebel, geviertelt1 Stück
- Lorbeerblätter2 Stück
- Wacholderbeeren, zerdrückt5 Stück
- Pfefferkörner3 Stück
Für das Gulasch
- Zwiebeln, gewürfelt2 Stück
- Knoblauchzehen, gehackt2 Stück
- Pilze (Champignons oder Waldpilze), geviertelt200 g
- Tomatenmark2 EL
- Mehl2 EL
- Kräftiger Rotwein (trocken, trinkbar)400 ml
- Wildfond (oder Rinderfond)300 ml
- Wacholderbeeren, gemörsert1 TL
- Lorbeerblätter2 Stück
- Preiselbeeren oder Johannisbeergelee1 TL
- Salz, schwarzer Pfeffernach Bedarf
Zubereitung
- Optional marinieren: Fleischwürfel mit Rotwein, Zwiebel, Lorbeer, Wacholder und Pfeffer 12–24 Stunden abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen. Das macht das Fleisch zarter und mildert die Wildnote. Vor dem Braten aus der Marinade nehmen und gut trocken tupfen – nasses Fleisch brät nicht an, es kocht. Die Marinade abseihen und aufheben.
- Scharf anbraten: Butterschmalz in einem Schmortopf (Gusseisen ideal) stark erhitzen. Das Fleisch portionsweise rundum kräftig anbraten, bis es braun ist – nicht zu viel auf einmal, sonst kocht es. Angebratenes Fleisch herausnehmen und beiseitestellen.
- Zwiebeln & Tomatenmark: Hitze reduzieren, Zwiebeln im selben Topf glasig dünsten, Knoblauch kurz mitdünsten. Tomatenmark zugeben und 1–2 Minuten mitrösten (das macht es milder). Mit dem Mehl bestäuben und unterrühren – das bindet später die Sauce.
- Ablöschen & schmoren: Mit der abgeseihten Marinade und dem frischen Rotwein ablöschen, den Bratensatz vom Boden lösen. Fond angießen, Fleisch zurück in den Topf, Wacholder und Lorbeer dazu. Aufkochen, dann bei kleinster Hitze mit Deckel 1,5–2 Stunden leise köcheln lassen (kleine Bläschen). Gleichmäßiger wird es im Ofen bei 150 °C.
- Pilze dazu: Nach etwa 1,5 Stunden die Pilze separat scharf anbraten (damit sie Farbe bekommen und kein Wasser ziehen) und ins Gulasch geben. Weitere 15–20 Minuten mitschmoren.
- Abschmecken: Das Fleisch soll fast von selbst zerfallen. Sauce zu dünn? Deckel ab und einkochen. Zu dick? Etwas Fond nachgießen. Mit Salz, Pfeffer und 1 TL Preiselbeeren oder Johannisbeergelee abschmecken – die Süße-Säure gibt Tiefe.
Servieren
Klassisch mit Spätzle, Semmel- oder Kartoffelknödeln und dazu Rotkohl oder Wirsing. Ein Klecks Preiselbeeren auf dem Teller passt immer. Frisch gehackte Petersilie darüber – und sofort heiß servieren.
Häufige Fehler
Zu kurze Garzeit. Reh braucht Zeit – nach einer Stunde ist es oft noch zäh. 1,5–2 Stunden sind das Minimum.
Zu viel Flüssigkeit. Gulasch ist kein Eintopf. Lieber weniger angießen und bei Bedarf nachgießen – die Sauce soll sämig sein.
Billiger Rotwein. Der Wein reduziert, sein Geschmack bleibt. Nimm einen, den du auch trinken würdest.
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